Stabilisierung der Herzratenvariabilität

| Kategorie: Psychotherapie

Stress, der von der aktivierenden Sympathikus-gesteuerten Seite des Autonomen Nervensystems aufrechterhalten wird, bewirkt über unsere Steuersysteme die Ausschüttung entsprechender Hormone wie z.B. Adrenalin. Das hat auch Auswirkungen auf unsere Organe, z.B. auf das Herz. Unter Stress weist das Herz eine andere Herzratenvariabilität auf als bei Entspannung. Die Herzratenvariabilität wird vom Autonomen Nervensystem gesteuert, das unter günstigen Bedingungen unsere Balance zwischen Sympathischer Aktivierung und Parasympathischer Entspannung herstellt und damit eben unsere Herzratenvariabilität stabilisiert.

Wir können davon ausgehen, dass in unserem aktuellen kulturellen und gesellschaftlichen Kontext viel Stress in unser System gelangt und von uns verarbeitet werden muss. Die Folge sind oft Überforderung bis hin zum Burnout. Alles muss schnell gehen, viele Dinge sollen zur gleichen Zeit aufrechterhalten werden, zumindest im Bewusstsein.

Die beiden Antagonisten unseres autonomen Nervensystems – der Sympathikus und der Parasympathikus – sind bestenfalls und unter »normalen« Belastungen, für die wir Ausgleich finden, in Balance, so dass beide »zum Zuge« kommen. In den täglichen Herausforderungen und Aufgaben kann sich jedoch der Parasympathikus, der ja für Entspannung sorgt in unserem autonomen Nervensystem, nicht angemessen entfalten. Er wird unterdrückt vom Sympathikus, der von Aktivität und Stress bestimmt wird.

Jetzt die positive Nachricht: wir können unseren Parasympathikus stärken. Heute zeige ich dir eine Übung, die den Parasympathischen Zweig deines Nervensystems unterstützt und die Herzratenvariabilität stabilisiert. Nimm dir ein paar Minuten Zeit und konzentriere dich auf deinen Atem. Atme in den Brustbereich, den Herzbereich. Das Herz erzeugt eine hohe elektrische Energie, fokussiere deine Aufmerksamkeit darauf.
Versuche nun, den Einatem länger werden zu lassen, z.B. vier Sekunden und atme genauso lange aus, mit ruhigem, weichem Atem, gleichmäßig und kontinuierlich.
Probiere das für ein paar Minuten, halte den Atemrhythmus aufrecht und spüre dann in deinen Körper.
Versuche, dir öfter Zeit zu nehmen, um dein System in Balance zu bringen. Die Feedbackschleifen deines Körpers verarbeiten dann andere Botschaften, was zu stabiler Herzratenvariabilität, Kohärenz und entspannterem Sein führt.

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