»Zeigt mir, wo ich den Hebel ansetzen kann und ich bewege die Welt.«
Achimedes

SOMATIC EXPERIENCING – KÖRPERORIENTIERTE TRAUMABEWÄLTIGUNG (in Ausbildung)

Trauma liegt nicht im Ereignis, sondern ist die biologisch nicht zuende gekommene Antwort auf eine lebensbedrohlich erlebte Situation oder auf überwältigende Erfahrungen im Laufe der frühen Kindheit.

Im autonomen Nervensystem ist eine sehr hohe Energie bereitgestellt worden, um unseren Körper für Kampf oder Flucht zu mobilisieren. Das Ereignis oder die Erfahrungen waren jedoch zu schnell, zu viel, zu groß, zu überwältigend, zu emotional überfordernd, um die instinktive Kampf- oder Fluchtreaktion abschließen zu können. Die Energie, die für diese Reaktionen vom Organismus mobilisiert wurde, steckt noch im autonomen Nervensystem fest und ist dort gespeichert. Diese Speicherungen sind die Ursache für das oft viel spätere Auftauchen vielfältiger Folgesymptome.

Der Körper hat jedoch mit der Mobilisierung der Energie die beste Antwort bereitgestellt, um das Überleben zu sichern, auch wenn das Erleben im Hier und Jetzt eingeschränkt ist.

Es können im Laufe der Zeit vielfältige Symptome wie Stressanfälligkeit, Ängste, Depressionen, Wutanfälle, Aggressionen, Ärger, Schlafprobleme, chronifizierte Schmerzen, Bindungslosigkeit, ein Gefühl des Entfremdetseins von sich und / oder der Umgebung entstehen. Es ist keine Charaktereigenschaft, aufbrausend oder zurückgezogen zu sein, auch wenn das oft geglaubt wird. Es sind meist Folgeerscheinungen des erfahrenen Traumas.

Traumatisierungen können nicht nur auf außergewöhnliche und überwältigende Erlebnisse wie Krieg, Unfall, Naturkatastrophen, Überfall etc folgen, sondern können auch durch einen Sturz, den Verlust eines Menschen, durch so genannte Routineeingriffe wie Operationen – auch kleinere Eingriffe – Stürze oder durch das Anschauen schwerer Unfälle oder Naturkatasptrophen ausgelöst werden. Oft ist uns der Zusammenhang nicht bewusst, wenn viel später z.B. Verhaltensweisen, Ängste oder physische Symptome auftauchen, die uns emotional oder physisch einschränken. Hier spricht man von Schocktrauma, das oft nicht bewusst ist, weil kein kausaler Zusammenhang mit dem scheinbar kleinen ursächlichen Erlebens bewusst ist.

Traumatisierungen können aber auch durch eine Kindheit entstehen, in der das junge Kind nicht gesehen, nicht angemessen gefühlt, begleitet, versorgt wird oder zu früh und / oder zu lange aus dem geborgenen Umfeld herausgenommen wird, wie z.B. für Krankenhausaufenthalte, Kinderverschickungen, zu früher Beginn, den Hort oder eine Kita zu besuchen. Hier handelt es sich um Entwicklungstrauma. Auch Folgen von Entwicklungstrauma sind meist unbewusst im späteren Alltag.

Somatic Experiencing – kurz SE – ist ein körperorientierter sowie ressourcenorientierter Ansatz: Der Körper erinnert das, was im Gedächtnis oft längst ausgeblendet und durch das Trauma dissoziiert wurde. SE ist sehr sanfte Methode, die der Biologe, Physiker, Psychologe und Traumaforscher Dr. Peter Levine begründet und erforscht hat, um die durch das Trauma steckengebliebene Energie wieder in Bewegung zu setzen und diese sanft, langsam und in kleinen Schritten aus dem Körper zu entladen.

In Zeit und Raum gebenden Etappen arbeiten wir uns durch die fragmentierten Ebenen von Körperempfindungen, Bewegungen, Bildern, Gefühlen, Assoziationen, Gedanken, um die gebundene Energie sanft wieder in Fluss zu bringen und dem Körper zu ermöglichen, die biologische Antwort zuende zu bringen und die gebundene Energie zu entlassen. Das Belastende und Überwältigende führen wir sanft und schrittweise in die Integration und Bewältigung. Wir landen Stück für Stück wieder tiefer in unserem Körper, können ihn bewohnen und kommen wieder mit uns selbst in Verbindung und ins Vertrauen.

Ein Trauma zu lösen ist ein erweiternder Prozess, denn Traumata zählen zu den wichtigsten psychisch und spirituell transformativen Prozessen – eine innere Reise zu uns selbst.

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